Ming Tsao (Vertretung der Professur von Prof. Rebecca Saunders)

Vita

Ming Tsao wurde 1966 in Berkeley, Kalifornien, geboren. Nach seinen ersten musikalischen Studien, bei denen er Violine und Viola im Berkeley Youth Orchestra und dem Young People’s Symphony Orchestra spielte, ging er nach Suzhou (China) und erlernte das Spiel auf der traditionellen Qin - der chinesischen Griffbrettzither - bei dem renommierten Qin-spieler Wu Zhao-ji.

Danach studierte er traditionelle Komposition, Harmonielehre, Kontrapunkt, Orchestrierung und Arrangieren am Berklee College of Music, wo er 1988 seinen B.M.-Abschluss in Komposition machte.
Schon 1987 erhielt er den Youth Concert's Award für eine Komposition für symphonisches Blasorchester. 1992 machte er an der Columbia University seinen M.A.-Abschluss in Ethno-Musikologie mit dem Schwerpunkt traditionelle chinesische Musik und Kultur. Auch studierte er in dieser Zeit Elektronische Musik bei Mario Davidovsky am Columbia-Princeton Electronic Music Center.
Anschließend studierte er Logik und Philosophie an der University of California, Berkeley und machte 2000 an der San Francisco State University seinen zweiten M.A.-Abschluss in Mathematik. Seine Abschlussarbeit, die sich mit mathematischer Musiktheorie befasst, erhielt den Outstanding Graduate Student Achievement Award und liegt als 'Abstract Musical Intervals: Group Theory for Composition and Analysis' auch in gedruckter Form vor.
Er erhielt zwei CIRE-Stipendien am Mathematical Science Research Institute (MSRI) der University of California, Berkeley.
Seine Doktorarbeit im Fach Komposition legte er 2007 an der University of California, San Diego vor, wo er hauptsächlich bei der Komponistin Chaya Czernowin studiert hatte. Seine Forschungsthemen umfassten musikalischen Analysen und Übersetzungen und den Entwurf einer kompositorischen Methodik, die von experimenteller Dichtung und Film beeinflusst ist.
Er wurde von der Stanford University eingeladen, wo er über ein Jahr private Stunden im Komponieren bei Brian Ferneyhough nahm.
Nach seiner Graduierung wurde ihm ein Stipendium der University of California in San Diego zugesprochen, in dessen Rahmen er Komposition, Analyse, Kontrapunkt und Harmonielehre unterrichtete. Während dieser Zeit nahm er auch an einem Artist in Residence-Programm am Headlands Center for the Arts teil.

2009 wurde er als Professor der Komposition an die Universität Göteborg in Schweden berufen. Seither unterrichtet er dort Komposition, Analyse und Musikästhetik. Ming Tsao lebt in Berlin.

Seine Musik wurde bislang aufgeführt auf einem Festival in Donaueschingen, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, der März Musik in Berlin, den Darmstädter Ferienkursen für neue Musik und dem Festival Wien Modern.

Seine Oper Die Geisterinsel wurde im Mai 2011 in Stuttgart uraufgeführt.

Nach der Uraufführung von Plus Minus für Ensemble bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik 2013 schreibt die Neue Züricher Zeitung: „Unglaublich das Ergebnis beim Amerikaner Ming Tsao: Jeder Klang pure, gute Musik.“

2014 ist beim Label Mode Records die CD "Pathology of Syntax" mit Musik von Ming Tsao veröffentlicht worden. Die Aufnahmen wurden vom Arditti Quartett, ensemble recherche, Ensemble SurPlus und Ensemble Ascolta eingespielt.

2014 erschien auch seine CD "Die Geisterinsel" beim Label Kairos.

 

Ming Tsao (Vertretung der Professur von Prof. Rebecca Saunders)

(Foto: Luisa Greenfield)

Kontakt

  • Ming Tsao

    Vertretung einer Professur für Komposition

    Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Incontri – Institut für neue Musik
    Emmichplatz 1, 30175 Hannover

    mtsao@hotmail.com
    Weitere Informationen

Zuletzt bearbeitet: 13.05.2016

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