Seminare WS2017/2018

Kompositionsseminar | Ming Tsao

Analyse zeitgenössische Musik
Donnerstag | 14:00 - 16:00 Uhr | Raum Z40

In diesem Seminar konzentrieren wir uns auf Ästhetik, musikalische Techniken und historischen Kontext sowie interdisziplinäre Verbindung von Musik und anderen Künsten.
Dabei geht es um Analyse von folgenden Komponisten bzw. Musik:

  • Zweite Wiener Schule (Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton Webern)
  • Oliver Messiaen
  • Darmstädter Schule und serielle Komposition (Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur, Luigi Nono)
  • Jean Barraqué
  • Experimentelle Musik (John Cage, Christian Wolff, Morton Feldman, Cornelius Cardew)
  • Texturmusik von György Ligeti, Dieter Schnebel, Heinz Holliger
  • Theatermusik von Mauricio Kagel
  • Spätwerken von Luigi Nono
  • Spätwerken von Morton Feldman
  • Bernd Alois Zimmermann
  • Iannis Xenakis und stochastische Komposition
  • Gerard Grisey und Spektralmusik
  • Helmut Lachenmann und kritisches Komponieren
  • Brian Ferneyhough
  • Komponisten im 21. Jahrhundert

Reihe Komposition und künstlerische Forschung
Blockseminar: Musikkomposition und (Neuer) Materialismus

Typische Seminare in Musikkomposition beginnen zumeist mit der Definition und Einschätzung künstlerischer Materialien, die von instrumentalen Klängen, Geräuschen und Handlungen, harmonischen oder vorher festgesetzten theoretischen Strukturen über formale Strategien und mathematische Prozesse, rhythmische sowie metrische Modelle bis zu Field Recordings und Installationen, instrumentaler Präparation und der Nutzung von Live-Elektronik reichen können. In solchen Seminaren wird das musikalische Material als Grundlage betrachtet, auf der die Komposition aufgebaut, Konzepte ausgearbeitet und formale Verfahren, wie mathematische Prozesse, fortgeschrieben werden können. Auf diese Weise bieten Materialien das, was Xenakis als „innere zeitliche Dimension“ musikalischer Komposition bezeichnet.  
Dennoch offenbaren Materialien viel mehr als lediglich eine durch kreative Handlung formbare  Rohmasse. Sie deuten in der Tat auf eine ganze Reihe anderer, auf ihrer Materialität an sich basierender, Zusammenhänge hin, wie die Ästhetik des Handwerks (die Art wie Materialien geformt werden sollen), historische und kulturelle Kräfte (auf die sich Lachenmann mit dem Begriff „Aura“ bezieht), aber vor allem auf die Expression und Subjektivität, mit der Materialien durch eine  Person geformt werden. Oft werden diese übergreifenden, kontextualisierenden Faktoren selbstverständlich in Kauf genommen. Aber warum sollten sie? Schriften auf dem Gebiet des „Neuen Materialismus“ werfen Fragen auf, die sich mit den jedem Material innewohnenden historischen und kulturellen Spannungen, der Widerständigkeit von Materialien bezogen auf ihre Formung und mit der Verschiebung einer vor allem am Menschen orientierten Subjektivität  hin zu einer bewusst brüchigeren Beziehung mit den uns umgebenden natürlichen und geologischen Kräften befassen. Ziel ist das Verständnis von John Cages Idee, dass „Kontingenz“ immer ein wichtiger Aspekt materialbezogenen Denkens sein sollte.
Hinweis: Kurssprache ist Englisch.

Seminar Elektronische Musik | Joachim Heintz

Analyse und Geschichte Elektronischer Musik 
Freitag 11:00 - 13:00 Uhr | Raum E60

Diese Klassenstunde Elektronische Komposition richtet sich vor allem an die Kompositionsstudent*innen. Hier werden sowohl historische Beispiele elektronischer Musik gemeinsam gehört, analysiert und diskutiert, als auch die Stücke und Skizzen der Studierenden. Ein weiterer Anteil besteht im Austausch von Techniken und Software-Angeboten für das Komponieren elektronischer Musik. Nur in Ausnahmefällen sind bei diesem Seminar Gäste möglich; bitte dann mit dem Seminarleiter Joachim Heintz Kontakt aufnehmen

Modelle und Methoden Elektronischer Komposition
Freitag 11:00 - 13:00 Uhr | Raum E60

In diesem Seminar sollen im Verlauf von zwei Semestern die wichtigsten Modelle zu den Verfahrensweisen elektronischer Komposition kennengelernt, verstandent und angewandt werden. Diese Modelle sind:

- auf dem Gebiet der Klangsynthese: Additive und subtraktive Synthese,

Amplituden- Ring- und Frequenzmodulation, Waveshaping, Granularsynthese, Physikalische Modelle;

- auf dem Gebiet der Klangtransformation: Lautstärken und Hüllkurven, Panorama und Raumverteilung, Filter, Verzögerung und Rückkoppelung, Hall, AM / RM / Verzerrung, Granularsynthese, Faltung, Spektrale Resynthese.

Das Seminar ist gleichzeitig eine Einführung in das Programmieren. Die Modelle sollen möglichst von jeder/jeder Beteiligten in eigenen Code (hauptsächlich in der Audio-Programmiersprache Csound) umgesetzt werden, um zu erfahren, dass und wie Klänge "von Grund auf" komponiert werden (anstatt "aus der Dose" zu kommen).

Gäste sind willkommen, sollten sich aber bitte unter joachim.heintz@hmtm-hannover anmelden.

 

 

 

Zuletzt bearbeitet: 07.11.2017

Zum Seitenanfang